Wenn der Wört(h)ersee ruft

Wenn der Sommer im sonnigen Süden Österreichs, in Kärnten, Einzug hält, locken auch die Tage der deutschsprachigen Literatur erlesene Autoren auf die Bühne nahe dem Ufer des türkisblauen Wört(h)ersees.

 

Im Juli 2017 setzte sich Ferdinand Schmalz in einer Stichwahl gegen John Wray durch und ist Bachmannpreisträger 2017.

Ingeborg Bachmann.

Ein Name, der untrennbar mit der südlichsten Landeshauptstadt Österreichs, Klagenfurt, verbunden ist. Kaum verwunderlich also, dass man zu Ehren der Lyrikerin und Prosaschriftstellerin einen Preis ins Leben gerufen hat. Der Bachmannpreis, einer der bedeutendsten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum, wird seit dem Jahr 1977 verliehen. Den Ersten heimste dabei gleich der Kärntner Lyriker, Dramatiker, Erzähler und Hörspielautor Gert Jonke ein. In seinem Namen wird seit 2011 ebenfalls der Gert-Jonke-Preis vergeben. 

Ob Zufall oder Ironie des Schicksals, man kann es interpretieren, wie man möchte, klar ist in jedem Fall, dass zu den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt literarische Sätze, schier wie ein Akkord-Regen, vom südlichen Himmel fallen. Zahlreiche Autoren stellen sich der Jury und versuchen mit ihren eingereichten Texten diese zu überzeugen. Der strahlende Sieger darf sich ferner in eine Liste lauter berühmter Namen der Literaturszene einreihen: Maja Haderlap, Tex Rubinowitz, Franzobel, Thomas Lang – denn sie und viele mehr standen bereits als Preisträger auf der Klagenfurter Wört(h)erbühne.

Maja Haderlap Bachmann-Preisträgerin 2011

TDDLpreisverleihung (Maja Haderlap)

Möge das Wettlesen beginnen

Der Flair rund um den Bachmannpreis ist so unverwechselbar wie einzigartig. Da wird geplaudert, gelesen, kritisch beäugt, sommerlich gelacht und vergnügt die Literatur gelebt. Ob im ORF-Theater oder im Lendhafen bei den vielen Side-Events – man könnte es mit gutem Gewissen auch als das schönste Literaturfestival des Südens bezeichnen. 

Die 18. Klagenfurter Rede zur Literatur „Das süße Glück der Hirngerichteten“ im Jahr 2017 wurde von Franzobel gehalten, Bachmannpreisträger des Jahres 1995. Er hat vor kurzem den Roman „Das Floß der Medusa“ herausgegeben, welcher von den deutschsprachigen Literaturkritikern in den Himmel gelobt wurde.

Per App zum Bachmannpreis:

Wer die Bachmann-Texte gleich am Handy lesen will, benötigt lediglich die „pingeb.org“ App. Während der Lese-Tage stehen alle Texte in Form von E-Books zum mobilen Abruf bereit – nicht nur in Klagenfurt, sondern auch an vielen Orten in Kärnten und in Salzburg. Funktioniert übrigens kinderleicht: Einfach das Handy auf den Sticker legen oder QR-Code mit der iPhone-App scannen und schon kann man mitlesen und mitreden. Dies gilt übrigens auch für weitere Kärntner Musiker und Autoren, die man mittels den 250 knallgelben Sticker über das Smartphone in beschriebener Art und Weise kennen lernen kann. 

ORF_Johannes_Puch
Tage der deutschsprachigen Literatur, Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt

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Tage der deutschsprachigen Literatur, Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt

Literarisches Ambiente am Lendhafen

Literarisches Ambiente am Lendhafen

Kunterbuntes Rahmenprogramm

Das Rahmenprogramm am Lendhafen kann sich ebenfalls sehen und lesen lassen: Im Lendhafen darf man sich auf Abendprogramme sowie dem bewährten Public Viewing freuen. Denn was gibt es Schöneres, als am Abend die Sonne mit Musik und Literatur untergehen zu sehen? 

Ingeborg Bachmann Kriegstagebuch

Tipp: Literatur an besonderen Orten

Wer nun Lust bekommen hat, selbst mit besonderen Werken durch die südliche Naturlandschaft zu streifen, kann dies bei den Literaturwanderungen mit Zdravko Haderlap, dem Bruder von Maja Haderlap in den Bergtälern rund um Bad Eisenkappel tun.

Und für die, die hoch hinaus wollen, gibt es in Bad Kleinkirchheim Europas höchstgelegene Lesereihe auf 1908 m Seehöhe. Unter dem Motto „Literatur trifft Höhenluft“, kann man hier inmitten einer Naturbühne spannenden Autoren lauschen, unter anderem Thomas Raab, Franzobel, Doris Knecht und Rene Freund. 

Termine und Infos gibt es unter www.bergerlesen.com 

41. Tage der deutschsprachigen Literatur im Juli 2017

14 Autorinnen und Autoren präsentierten ihre Texte Jury und Publikum an drei Lesetagen. Einige klare Favoriten kristallisierten sich heraus. Auf die Shortlist schafften es Urs Mannhart, Barbi Markovic, Gianna Molinari, Eckhart Nickel, Ferdinand Schmalz, Jackie Thomae und John Wray. Überwacht wurde die Stimmenabgabe von Justitiar Andreas Sourij. Ein Autor muss mindestens fünf von sieben Stimmen erhalten, sonst gibt es eine Stichwahl.

Weitere Informationen unter bachmannpreis.orf.at

TeilnehmerInnen Juli 2017

  • Jörg-Uwe Albig, D
  • Verena Dürr, A
  • Daniel Goetsch CH/F
  • Urs Mannhart, CH
  • Barbi Markovic, SRB (lebt in Wien)
  • Gianna Molinari, CH
  • Eckhart Nickel, D
  • Maxi Obexer, I/D
  • Karin Peschka, A
  • Ferdinand Schmalz, A
  • Noemi Schneider, D
  • Jackie Thomae, D
  • Björn Treber, A
  • John Wray USA/A
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